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Du willst in Beton, Mauerwerk oder Naturstein bohren – und die normale Bohrmaschine kommt nicht weiter? Dann brauchst du einen Bohrhammer. Er arbeitet mit einem separaten Schlagwerk statt nur mit Rotation, was das Bohren in harte Materialien drastisch effizienter macht. Dieser Beitrag ordnet verbreitete Modelle ein – von der kompakten Schlagbohrmaschine für Heimwerker bis zum Profi-Bohrhammer für den Dauereinsatz.
Bohrmaschine, Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer?
Bevor du kaufst, solltest du den Unterschied kennen.
Die drei Geräte unterscheiden sich nicht darin, wie viel Kraft sie haben, sondern woher der Schlag kommt. Das klingt nach einer Feinheit und entscheidet in der Praxis darüber, ob du nach zwanzig Minuten ein Loch hast oder einen stumpfen Bohrer.
Bohrmaschine: nur Drehung
Sie dreht, sonst nichts. Für Holz, Metall, Kunststoff und Gipskarton ist das genau richtig – ein Schlagwerk würde dort nur ausgefranste Löcher erzeugen. In Mauerwerk kommt sie nicht weit, in Beton gar nicht.
Schlagbohrmaschine: der Schlag kommt von dir
Hier liegen im Getriebe zwei geriffelte Scheiben hintereinander. Drückst du die Maschine gegen die Wand, rasten sie übereinander und erzeugen bei jeder Umdrehung Dutzende kleiner Schläge in Bohrrichtung. Daraus folgt alles Weitere: Die Schlagkraft hängt am Anpressdruck – lässt du nach, hört der Schlag auf.
In Ziegel, Kalksandstein und weichem Beton reicht das. In Normalbeton wird daraus Arbeit: Du drückst mit dem ganzen Körpergewicht, das Gerät springt, der Bohrer wird heiß. Nicht weil die Maschine zu schwach wäre, sondern weil das Prinzip an seiner Grenze ist.
Bohrhammer: der Schlag kommt aus dem Gerät
Im Bohrhammer arbeitet ein eigenes Schlagwerk: Ein Kolben verdichtet ein Luftpolster, das Luftpolster treibt einen zweiten Kolben gegen das Bohrerende. Der Schlag entsteht also unabhängig davon, wie fest du drückst – führen statt drücken reicht.
Statt vieler schwacher Schläge gibt es wenige kräftige. Genau das arbeitet sich durch Beton. Dafür braucht der Bohrhammer eine eigene Werkzeugaufnahme, meist SDS-Plus: Der Bohrer sitzt nicht fest gespannt, sondern beweglich, damit er den Schlag weitergeben kann. Normale Rundschaftbohrer passen dort nicht.
Woran du dein Gerät erkennst
Ein Blick aufs Bohrfutter genügt. Drei Backen zum Zuschrauben heißt Bohrmaschine oder Schlagbohrmaschine. Eine Hülse zum Zurückziehen, in die der Bohrer einrastet, heißt Bohrhammer. Hat das Gerät zusätzlich einen Schalter mit Hammersymbol, lässt sich das Schlagwerk abschalten – nötig, sobald du in Holz oder Metall bohrst.
Und die Zahl, die zählt, ist nicht Watt, sondern Joule: die Energie eines einzelnen Schlags. Was welcher Wert bedeutet, steht weiter unten in der Kaufberatung. Eine Schlagbohrmaschine wird übrigens gar nicht in Joule angegeben – ihre Schläge sind zu schwach, um einzeln gemessen zu werden. Das ist der ehrlichste Hinweis auf den Unterschied.
Bosch GBH 2-28 F Professional
Der Bosch GBH 2-28 F ist ein weit verbreiteter Bohrhammer der Profiklasse. Der Hersteller gibt 880 Watt, 3,2 Joule Einzelschlagenergie und Bohrdurchmesser bis 28 mm in Beton an. Das Schnellwechselbohrfutter erlaubt den Wechsel zwischen Bohren und Meißeln, und die Kickback Control soll den Motor bei plötzlichem Blockieren automatisch stoppen.
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Wofür es taugt
- 880 Watt und 3,2 Joule Einzelschlagenergie laut Hersteller
- Bohrdurchmesser bis 28 mm in Beton
- Kickback Control – automatischer Motorstopp bei Blockade
- Schnellwechselfutter – kein Werkzeug zum Bitswechsel nötig
- Inklusive L-Boxx Transportkoffer und 6-tlg. Bohr-Meißel-Set
Wo es an Grenzen stößt
- Kabelgebunden – eingeschränkte Reichweite
Bosch GBH 2-26 F Professional – kompakte Bauform
Für den kleineren GBH 2-26 F nennt der Hersteller 830 Watt und 2,7 Joule – etwas weniger Leistung, dafür ein leichteres und kompakteres Gerät. Für Dübellöcher, Rohrdurchführungen und gelegentliches Meißeln reicht diese Schlagenergie aus. Ebenfalls mit Schnellwechselbohrfutter und drehbarem Zusatzhandgriff.
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Wofür es taugt
- Leichter und handlicher als der 2-28 F
- Drehbarer Zusatzhandgriff – flexibler Einsatz
- Weit verbreitetes Modell mit guter Ersatzteilversorgung
- Ideal für Renovierungsarbeiten im Eigenheim
Makita DHR171Z – Akkubetrieb
Wer keine Kabellänge im Kopf haben möchte, greift zum Makita DHR171Z. Der 18V-Akku-Bohrhammer liefert laut Hersteller 1,2 Joule Einzelschlagenergie und bohrt bis 17 mm in Beton – das deckt Dübellöcher und leichte Renovierungsarbeiten ab. Er hat eine SDS-Plus-Aufnahme, einen bürstenlosen Motor und arbeitet im Makita-LXT-Akkusystem.
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Wofür es taugt
- Akkubetrieb, kein Netzkabel
- Bürstenloser Motor für lange Lebensdauer
- Makita LXT kompatibel – ein Akku für viele Geräte
- Kompakt und leicht
Wo es an Grenzen stößt
- Wird ohne Akku geliefert (Solo-Version)
- Weniger Schlagenergie als kabelgebundene Modelle
Einhell TE-RH 32 4F – für schwere Arbeiten
Mit 1.250 Watt und 5 Joule Einzelschlagenergie laut Hersteller ist der Einhell TE-RH 32 auf Abriss- und Stemmarbeiten ausgelegt. Vier Funktionen: Bohren, Hammerbohren, Meißeln und Meißeln mit Arretierung. Wer Estrich stemmen, Fliesen meißeln oder Durchbrüche in Stahlbeton erstellen muss, ist hier richtig.
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Wofür es taugt
- 5 Joule Einzelschlagenergie laut Hersteller
- 4 Funktionen inklusive Meißeln mit Arretierung
Wo es an Grenzen stößt
- Schwer: 5,7 kg laut Hersteller – ermüdet bei Überkopfarbeiten
- Nicht für Feinarbeiten geeignet
Bosch UniversalImpact 18V-60 – für Gelegenheitsnutzer
Wer nur gelegentlich Dübel setzt und Bilder aufhängt, braucht keinen Bohrhammer. Die Bosch UniversalImpact 18V-60 ist eine Akku-Schlagbohrmaschine mit 60 Nm maximalem Drehmoment laut Hersteller. Für Mauerwerk gibt Bosch einen Bohrdurchmesser bis 13 mm an – das deckt Dübellöcher in Ziegel und Weichbeton ab. Für leichte Heimwerkerarbeiten in der Wohnung ist das die passende Gerätekategorie.
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Wofür es taugt
- 60 Nm maximales Drehmoment laut Hersteller
- 13-mm-Schnellspannbohrfutter, 2-Gang-Getriebe
- Für einfache Bohrarbeiten in Wohnung und Haus
Wo es an Grenzen stößt
- Kein SDS-Plus – nur für leichte Materialien
- Nicht geeignet für Hartbeton oder Meißelarbeiten
Kaufberatung: Was du vor dem Kauf wissen musst
SDS-Plus oder SDS-Max?
SDS-Plus ist der Standard für Heimwerker und leichte Profi-Anwendungen – Bohrdurchmesser bis ca. 30 mm in Beton. SDS-Max ist für schwere Baustellengeräte mit Bohrdurchmessern über 40 mm. Für den normalen Hausgebrauch ist SDS-Plus immer ausreichend.
Joule-Zahl: Was bedeutet sie?
Die Einzelschlagenergie in Joule entscheidet, wie viel Kraft pro Schlag auf das Material übertragen wird. 1,5–2 Joule reichen für gelegentliches Dübel setzen. 2,5–3,5 Joule sind ideal für regelmäßige Renovierungsarbeiten. Ab 5 Joule für professionelle Abriss- und Stemmarbeiten.
Kabel oder Akku?
Kabelgebundene Bohrhämmer liefern eine gleichbleibende Leistung, solange eine Steckdose erreichbar ist. Akku-Bohrhämmer sind unabhängig vom Netz, liegen in der Schlagenergie aber meist unter vergleichbaren Netzgeräten. Wer ohnehin nur Dübellöcher in Ziegel setzt, braucht keinen Bohrhammer – dafür genügt ein Akkuschrauber mit Schlagbohrfunktion.
Einordnung: welches Gerät zu welcher Aufgabe passt
Für regelmäßige Arbeiten in Beton und Mauerwerk ist ein SDS-Plus-Bohrhammer die passende Bauart – der Bosch GBH 2-28 F und der kompaktere Bosch GBH 2-26 F gehören zu den verbreiteten Geräten dieser Klasse. Wer ohne Netzkabel arbeiten will, findet im Makita DHR171Z ein Akkugerät mit derselben Werkzeugaufnahme. Für Abbruch- und Stemmarbeiten ist der Einhell TE-RH 32 4F auf höhere Schlagenergie ausgelegt. Wer nur gelegentlich Dübel in Ziegel oder Weichbeton setzt, kommt mit einer Schlagbohrmaschine wie dem Bosch UniversalImpact 18V-60 aus. Entscheidend ist die Aufgabe, nicht eine Rangfolge.
Woher die Angaben stammen
- Die technischen Kennwerte stammen von den Herstellerangaben zum jeweiligen Modell und wurden am 13. September 2026 gegen diese abgeglichen.
- Wir haben die genannten Geräte nicht selbst geprüft. Deshalb gibt es hier keine Testurteile, keine Rangfolge und keine Sterne – siehe Methodik & Transparenz.
- Preise und Verfügbarkeiten nennen wir nicht. Maßgeblich ist die Angabe im Shop zum Zeitpunkt deines Kaufs.