
Ein Kaminholzregal wird meistens vom Dach her gedacht. Das ist der falsche Anfang. Regen von oben ist das kleinere Problem – er trocknet ab. Das größere Problem ist Feuchtigkeit, die nicht wegkann: aus dem Boden hoch ins unterste Scheit, und aus dem Holz selbst heraus, wenn keine Luft daran vorbeizieht.
Deshalb ist dieses Regal vor allem eines: offen. Es hat ein Dach und sonst keine einzige geschlossene Fläche. Es steht auf Kufen, die das Holz achtzehn Zentimeter über den Boden heben, und seine Auflage ist eine Lattenreihe mit Lücken, keine Platte. Gebaut ist es an einem Nachmittag.
Die Maße unten ergeben ein Regal für rund einen halben Raummeter – 1,20 Meter breit, 50 Zentimeter tief, also passend für Scheite bis 50 Zentimeter Länge. Wer mehr braucht, stellt zwei nebeneinander, statt eines in die Länge zu ziehen: Ab etwa 1,50 Meter Breite biegt sich die Auflage unter dem Gewicht durch.
Was du brauchst
Material
Als Holz Lärche, sägerau. Sie gilt im Freien als dauerhaft genug, um ohne Anstrich auszukommen, und wird mit der Zeit silbergrau. Fichte ginge auch, hält aber ungeschützt deutlich kürzer.
- 4 Pfosten, 70 × 70 mm – zwei mit 1800 mm (hinten), zwei mit 1700 mm (vorn)
- 2 Kufen, 70 × 70 × 500 mm
- 2 Längsträger, 70 × 70 × 1200 mm
- 5 Auflagelatten, 40 × 60 × 400 mm
- 2 Pfetten, 40 × 60 × 1400 mm
- 2 Querriegel, 40 × 60 × 1200 mm – als Rückhalt hinten
- 1 Wellplatte, rund 1500 × 600 mm, mit Dichtscheiben
- Schrauben aus Edelstahl A2: 6 × 120 mm für die Pfosten, 5 × 60 mm für Latten und Riegel
- 4 Gehwegplatten oder ein Streifen aus verdichtetem Splitt als Unterlage
Bei den Schrauben ist Edelstahl keine Empfehlung, sondern Bedingung. Lärche enthält Gerbstoffe; zusammen mit Feuchtigkeit und nicht rostfreiem Stahl entstehen über den ersten Winter dunkle Läufer unter jedem Schraubenkopf, die nicht mehr weggehen.
Werkzeug
Handkreissäge oder Kappsäge, Akkuschrauber, Holzbohrer für die Vorbohrungen, Wasserwaage, Zollstock, Bleistift. Für die Wellplatte zusätzlich eine Blechschere oder ein Cuttermesser, je nach Material. Mehr ist nicht nötig.
Der Sockel: warum achtzehn Zentimeter
Der Sockel ist der Teil, an dem gekaufte Regale am häufigsten sparen – und der Teil, der über die Lebensdauer des Holzes entscheidet. Er besteht aus drei Lagen, und jede hat einen Grund.
Zuunterst liegen die beiden Kufen quer, also von vorn nach hinten, auf den Gehwegplatten. Sie sind das Einzige, was Bodenkontakt hat. Darauf kommen die beiden Längsträger längs, einer vorn, einer hinten. Auf die wiederum die fünf Auflagelatten quer, mit rund 25 Zentimetern Abstand zueinander.
Die Oberkante der Latten liegt damit bei 180 Millimetern über dem Boden. Das ist keine gerundete Zahl, sondern die Summe: 70 für die Kufe, 70 für den Längsträger, 40 für die Latte. Darunter bleibt ein durchgehender Luftraum über die ganze Breite und Tiefe.
Die Lücken zwischen den Auflagelatten sind genauso wichtig wie der Abstand nach unten. Eine geschlossene Platte als Boden macht den Luftraum darunter wirkungslos – die Feuchtigkeit, die aus dem Holz nach unten wandert, steht dann auf der Platte.
Das Gerüst
Die vier Pfosten werden seitlich an Kufen und Längsträger geschraubt, nicht daraufgestellt. So stehen sie nicht im Wasser und tragen trotzdem. Zwei Schrauben 6 × 120 mm je Verbindung, versetzt gesetzt, damit die Faser nicht aufreißt – und vorbohren, bei Lärche immer.
Hinten kommen die beiden Querriegel auf etwa 60 und 120 Zentimetern Höhe. Sie halten den Stapel, wenn er sich setzt. Vorn bleibt absichtlich alles offen: Dort wird eingeschlichtet und entnommen, und dort zieht die Luft durch.
Die vorderen Pfosten sind 100 Millimeter kürzer als die hinteren. Das ist die gesamte Dachneigung – mehr braucht es nicht, und mehr würde den Stapel vorn unnötig niedrig machen.
Das Dach
Auf die Pfostenköpfe kommen die beiden Pfetten, dann die Wellplatte. Bei 100 Millimetern Gefälle auf 500 Millimetern Tiefe ergibt das gut 11 Grad – genug, dass Wasser abläuft und Schnee nicht liegen bleibt.
Die Platte steht ringsum über, vorn etwa 9, hinten 7 Zentimeter, seitlich je 8. Der Überstand ist der eigentliche Regenschutz: Er hält den Schlagregen von der obersten Lage ab. Verschraubt wird im Wellenberg, nie im Wellental, und mit Dichtscheiben.
Steht das Regal an einer Hauswand, bleiben mindestens 5 Zentimeter Abstand dahinter. Direkt an der Wand ist die Rückseite dauerhaft feucht – dann kann man sich den ganzen Sockel sparen.
Was schiefgeht
Eine Plane über den Stapel. Der häufigste Fehler, und der folgenreichste. Unter der Plane kondensiert die Feuchtigkeit, die aus dem Holz austritt, und läuft wieder hinein. Nach einem Jahr unter Plane ist das Holz nasser als vorher. Nur das Dach deckt, die Seiten bleiben offen.
Der Stapel bis unters Dach. Zwischen oberster Lage und Dach gehören zwei Handbreit Luft, sonst steht die warme, feuchte Luft dort fest.
Ungespaltenes Holz. Rinde ist die Sperrschicht, die der Baum gegen Austrocknung hat – sie funktioniert auch noch im Stapel. Rundlinge trocknen um ein Vielfaches langsamer als gespaltene Scheite.
Zu früh hereingeholt. Holz, das im Herbst hereinkommt und im Winter verheizt wird, hatte keine Sommersaison zum Trocknen. Der Stapel draußen ist der Vorrat für das nächste Jahr, nicht für dieses.
Wofür es sich lohnt
Gespalten und luftig gelagert brauchen Buche und Esche etwa zwei Jahre, Fichte und Kiefer etwa ein Jahr. Auf dem Boden und unter einer Plane erreichen sie diese Werte auch nach drei Jahren nicht.
Wer nachmessen will, braucht ein Holzfeuchtemessgerät – und muss wissen, welche Zahl es zeigt. Die meisten Geräte geben die Holzfeuchte an, also Wasser bezogen auf die Trockenmasse. Angaben zu Brennholz nennen dagegen oft den Wassergehalt, bezogen auf die Gesamtmasse. Die Zahlen sind nicht austauschbar: 20 Prozent Wassergehalt entsprechen rund 25 Prozent Holzfeuchte. Wer beides verwechselt, hält zu nasses Holz für trocken.
Was in einem Ofen verfeuert werden darf, regelt in Österreich das jeweilige Landesrecht – die Vereinbarung nach Art. 15a B-VG über Kleinfeuerungen ist in jedem Bundesland eigens umgesetzt. Die Vorgaben dazu stehen bei deinem Land, nicht im Bundesrecht.
Der Rest ist Geduld. Das Regal nimmt sie einem nicht ab – es sorgt nur dafür, dass die Zeit auch etwas bewirkt.