
Laminat verlegen gilt als Einsteigerarbeit, und das stimmt auch. Die Fehler, die dabei gemacht werden, zeigen sich nur nicht sofort – sondern nach der ersten Heizsaison.
Fehler eins: keine Akklimatisierung
Laminat besteht überwiegend aus Holzwerkstoff und arbeitet mit der Raumfeuchte. Kommen die Pakete aus dem kalten Lager oder Auto direkt in den beheizten Raum und werden sofort verlegt, dehnen sie sich danach aus.
48 Stunden liegen lassen, ungeöffnet, flach gestapelt, im Raum, in dem verlegt wird. Nicht hochkant, nicht im Nebenraum.
Fehler zwei: zu kleine Dehnungsfuge
Ein schwimmend verlegter Boden liegt lose auf dem Untergrund. Er muss sich bewegen können – zur Wand hin, an Türzargen, an Heizungsrohren, an jedem festen Punkt.
Die Regel: mindestens acht bis zehn Millimeter ringsum, bei großen Flächen mehr. Bei Flächen über acht Metern Länge oder Breite braucht es eine zusätzliche Dehnungsfuge in der Fläche, überdeckt von einem Profil.
Fehlt die Fuge, drückt der Boden gegen die Wand und weicht nach oben aus. Das Ergebnis ist eine Wölbung, die sich nicht mehr zurückdrücken lässt – man muss den Boden an der Kante nachschneiden.
Die Fuge verschwindet später unter der Sockelleiste. Sie wird an der Wand befestigt, nie am Boden – sonst hält sie den Boden fest, und die Fuge ist wirkungslos.
Der Untergrund
- Ebenheit: Mit einer zwei Meter langen Richtlatte prüfen. Abweichungen über etwa drei Millimeter auf zwei Meter müssen ausgeglichen werden – mit Ausgleichsmasse, nicht mit dickerer Trittschalldämmung.
- Feuchte: Auf mineralischem Untergrund eine Dampfbremse auslegen, Bahnen überlappend und verklebt. Auf Holzdielen keine – dort muss der Untergrund atmen können.
- Sauberkeit: Jedes Steinchen unter der Dämmung ist später als Punkt zu hören.
Die Nutzungsklasse
Auf jeder Packung steht eine zweistellige Zahl. Die erste Ziffer nennt den Bereich, die zweite die Beanspruchung:
| Klasse | Geeignet für |
|---|---|
| 21–23 | Wohnbereich, von Schlafzimmer bis Flur |
| 31–34 | gewerblich; 31 entspricht etwa der Belastung eines stark genutzten Wohnraums |
Für einen normalen Wohnraum genügt 23. Im Flur und in Haushalten mit Hund lohnt 31 – der Unterschied im Preis ist kleiner als der im Verschleiß.
Beim Verlegen
- Verlegerichtung: parallel zum Lichteinfall, dann fallen die Stöße weniger auf.
- Versatz: Stöße benachbarter Reihen mindestens 30 bis 40 Zentimeter versetzen, sonst wird die Fläche instabil.
- Erste Reihe: mit Abstandskeilen zur Wand, Federseite zur Wand. Sie bestimmt die Flucht der ganzen Fläche – hier lohnt es sich, zweimal zu messen.
- Türzargen unterschneiden, statt das Laminat auszuschneiden. Sieht besser aus und lässt den Boden arbeiten.
- Letzte Reihe: meist schmal. Unter 5 Zentimetern Breite wird sie instabil – dann lieber die erste Reihe schmaler schneiden und die Differenz aufteilen.
Kurz gefasst
- 48 Stunden akklimatisieren, im Verlegeraum.
- Mindestens acht Millimeter Dehnungsfuge ringsum.
- Sockelleiste an die Wand, nie an den Boden.
- Untergrund mit der Richtlatte prüfen, nicht mit dem Auge.
- Nutzungsklasse zum Raum wählen.